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Das CONA-Solarprogramm und seine soziale Bedeutung

 

Georg Hubmer*
Gerade die Nutzung der solaren Trocknungsanlagen von CONA schafft viele neue Arbeitsplätze, vorallem in der Obstverarbeitung. Auch Biomassetrocknung schafft neue Erwerbszweige. Mit der solaren Heilkräutertrocknung werden hochwertige natürliche Medikamente hergestellt und mehr als 100.000 Menschen damit versorgt. Forschung und Ausbildung stehen im Mittelpunkt bei der Kooperation mit Universitäten.

 

Allgemein bekannt und anerkannt sind die Schaffung von Arbeitsplätzen bei der Entwicklung, Produktion und Montage von Solaranlagen. Dies gilt für alle verschiedenen Systeme und Programme und natürlich auch für das CONA Solarprogramm. Auch die Umweltaspekte, CO2-Reduktion, Unabhängigkeit und Komfortgewinn sind Gründe für die Anschaffung von Solaranlagen.
Arbeitsplätze durch Nutzung solarer Trocknungsanlagen. Der wesentlich breitere zusätzliche soziale Nutzen und der Aufbau neuer Arbeitsplätze wird durch die Nutzung der solaren Trocknungsanlagen erreicht und in soferne ist es wertvoll, diese Aspekte des CONA Solarprogrammes auch genauer anzusehen.

Früchteverarbeitung:

Für die Produktion und den Aufbau einer mittelgroßen solaren Trocknungsanlage für Obst haben zwei bis drei MitarbeiterInnen der Solarbetriebe ein paar Monate Arbeit. Mit dem Betrieb dieser Anlage je doch bekommen viele Frauen und Männer einen
Dauerarbeitsplatz.
60 Personen, überwiegend junge Frauen in ländlichen Regionen haben alleine bei der neuen Anlage in Palo Amontonado in Guatemala in der Obstverarbeitung einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

Für die Veredelung der Früchte, Kräuter und Gewürze, ihre Aufbereitung, die Bedie nung der Trocknungsanlagen, Qualitätskontrolle, die Verpackung der getrockneten Ware und schließlich ihre Vermarktung werden viele MitarbeiterInnen gebraucht, die hier Arbeit und Einkommen finden.
In vielen Trocknungsanlagen, die wir in den letzten Jahren vor allem in Nicaragua, El Salvador und Guatemala aufbauen konnten werden Früchte, Gemüse, Kräuter, Gewürze, und ähnliche Produkte konserviert. Es wird so wohl eine Verbesserung der Ernährung und Eigenversorgung erreicht als auch mit lokaler, nationaler und inter nationaler Vermarktung von Trockenfrüchten neue Einkommensquellen aufgebaut.

Gesundheitliche Aspekte

Konservierung ohne Zusätze, Zucker oder Chemie:
Die Form der qualitativen Trocknung, nämlich mit effizienter Solartechnik, in geschützten Trockenkammern, ausgestattet mit Edelstahlsieben, Luftfiltern und Insektenschutz ermöglicht eine Konservierung ohne Zusätze, ohne Zucker und ohne Chemie.

 

Schwerpunkt Heilkräuterverarbeitung:

Heilkräuterverarbeitung ist in einigen Projekten Schwerpunkt der Nutzung unserer solaren Trocknungsanlagen. Die effiziente und zu gleich sanfte Solartechnik verbunden mit der besonderen Qualität und technischen Ausstat tung der Trocknungsanlagen sichert eine schonende Trocknung. Lichtgeschützt und staubfrei
werden unter hygienischen Bedingungen Medikamente hergestellt. Dies ist besonders wichtig, weil oft erst durch die Qualität des Produktes die notwendige Anerkennung und öffentliche Genehmigung von Seiten der Gesundheitsministerien erreicht wird und Heilkräuter in breiterem Ausmaß als Medikamente zum Einsatz kommen.
P. Gregorio aus Metapan in El Salvador ist einer unserer Partner, der mit seiner Organisation FUCRI SAN mittels Heilkräuterproduktion und Verarbeitung inzwischen tausende Menschen in seinem Land mit wertvollen Naturheilmitteln versorgt. Die neue solare Trocknungsanlage hilft mit, die Qualität in der gesamten Verarbeitungslinie zu sichern und die Akzeptanz weiter zu steigern.

Forschung und Ausbildung

CONA arbeitet bereits mit 8 Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Junge Menschen erhalten bereits in ihrer Ausbildung die Chance mit neuen, umweltfreundlichen Technologien vertraut zu werden und schreiben ihre Diplomarbeiten zu diesen Themen.
Gemeinsam werden aber auch viele neue Anwendungen erforscht. So werden bereits mehr als 100 (hundert!) verschiedene Produkte mit solaren Trocknungsanlagen von CONA getrocknet. Einige Anlagen werden auch multifunktional eingesetzt.


Auch bei der solaren Hackguttrocknung entstehen neue Einkommenszweige für Landwirte, Forstwirte, Sägewer ke, Hackgutproduzenten u.a.m. Die Produktion, Veredelung und Vermarktung der Biomasse wird ein eigener Erwerbszweig.
Nochmals zu einem gesundheitlichen Aspekt: Die Vermeidung von Schimmel und anderen giftigen Sporen gilt sowohl bei der Hackguttrocknung in Österreich als auch bei der Kakaotrocknung in Nicaragua.
Während die Staats- und Regierungschefs in Rom diskutieren wie der Welt hunger bekämpft werden soll und alle 6 Sekunden ein Kind an Hunger und Unterernährung stirbt, verderben täglich Unmengen an Lebensmitteln, schlicht, weil die entsprechende Sicherung und Konservierung der Ernte fehlt.
Etwas mehr als 300 solare Trocknungsanlagen von CONA sind in 9 Ländern im Einsatz und tragen ein Stück dazu bei Ernte zu sichern und die Ernährung zu verbessern.
In diesem Sinne arbeiten wir daran diese Er fahrungen rasch weiter zu verbreiten und hoffen auf breite Unterstützung.

Besuchen Sie uns auch auf unserer Homepage: www.solar.cona.at

* Dr. Georg Hubmer ist Geschäftsfüh rer der CONA Entwick lungsund
Han dels GesmbH. E-Mail: georg.hubmer@cona.at

 

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Solare Trocknung in Nicaragua und Österreich

Solare Lufttechnik, insbesondere für Tocknungsprozesse, ist das Spezialgebiet des Solarprogrammes der CONA Entwicklungs- und Handelsgesellschaft mit Sitz in Oberösterreich. Ich darf Ihnen zwei Ausschnitte des CONA Solarprogrammes in Nicaragua und Österreich schildern. In beiden Ländern wird mit Hilfe von Solarlufttechnik getrocknet und mit dieser Technologie die Ernte gesichert und veredelt.

Bereits vor 14 Jahren hat Cona mit der Entwicklung von solaren Holztrocknungsanlagen begonnen. Nachdem wir bereits Mitte der 90er Jahre mit dem Aufbau der solaren Holztrocknungsanlagen erfolgreich waren, haben wir das Prinzip weiterentwickelt und für viele neue Produkte angewandt. Heute sind wir mit unserem Solarprogramm in 7 Ländern vertreten, es wurden mehr als 300 Anlagen ganz verschiedener Größen (zwischen 2 und 100 m²) aufgebaut und es werden damit mehr als 60 verschiedene Produkte getrocknet. Die Solarluftkollektoren von CONA, auch bereits seit mehreren Jahren patentiert, arbeiten mit Spezialabsorbern, welche die Wärme besonders effizient auf die Luft überträgt.

In diesem Artikel will ich je ein Beispiel aus Nicaragua und aus Österreich herausgreifen:
Cinco Pinos, im Norden Nicaraguas gelegen, wurde in den letzten Jahren zu einem Zentrum integraler Entwicklung. Initiator ist  der Koordinator der Österreichisch-Nikaraguanischen  Solidaritätsbewegung, Dr. Elmer Zelaya.
Das CONA Programm ist eingebunden in die umfassenden Programme der Entwicklungszusammenarbeit und wird auch finanziell unterstützt von der ÖEZA, ADA, der Aktion Sei so Frei der KMB Linz, der Kulturinitiative 08-16 von Gmunden, ....

Ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit in Cinco Pinos ist der Früchteverarbeitung gewidmet.  Naheliegend ist es einen Teil der Früchte zu trocknen. So kam es vor vier Jahren zur Zusammenarbeit mit dem CONA Solarprogramm. Die Sonne scheint reichlich in der Region von Cinco Pinos und schickt die Energie für die Veredelung und Konservierung der Früchte. Die positiven Erfahrungen mit der solaren Früchtetrocknung und der steigende Bedarf an Trockenfrüchten haben Cinco Pinos zu einem deutlichen Ausbau motiviert. Es ging eine weitere, größere solare Trocknungsanlage in Cinco Pinos in Betrieb. Das CONA Solarteam in Nicaragua, geleitet von Frau Cecilia Cruz, hat die Anlage in der CONA Solarwerkstatt in León, Nicaragua sorgfältig vorbereitet und rasch errichtet.

Bei dieser Anlage handelt es sich auch um eine wichtige nächste Stufe in der Solartechnologie.  Seit 5 Jahren arbeiten wir an der Entwicklung und Einbindung von Energiespeichern für unsere Solarlufttechnik. In Österreich, Nicaragua und El Salvador wurden dazu wesentliche Forschungsarbeiten durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden in die neuen Anlagen integriert. 
Die Solaranlage in Cinco Pinos ist mit 30 m² CONA-Solarluftkollektoren und mit einem Steinspeicher von ca. 12 Tonnen ausgestattet. In diesen Steinen wird die überschüssige Energie gespeichert. Damit kann die wertvolle Ernte auch bei schlechter Witterung und in  der Nacht getrocknet werden.

Die Trockenkammern für die Früchte sind im Verarbeitungsgebäude integriert. Damit wird ein wichtiger  Hygienestandard erreicht (die Früchte werden nach der Aufbereitung nicht mehr ins  Freie getragen). Weiters wird damit der Arbeitsfluss erleichtert. Die Trocknung wird beschleunigt. Nach der Trocknung erfolgen Qualitätskontrolle und Verpackung ebenfalls im Gebäude. Die gesamte Anlage ist mit Filtern und Insektengittern geschützt.

Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze:
Mit der Veredelung der Früchte wird deutlich mehr Wertschöpfung erzielt und neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Auch Schulausspeisungen in den umliegenden Dörfern werden mit vitaminreichen Früchten versorgt.

Solare Trocknung von Heu und Biomasse in Österreich:

Sowohl bei der Heu-, als auch bei der Hackguttrocknung geht es darum große Mengen möglichst energiesparend zu trocknen. Die Solarlufttechnik eignet sich sehr gut dafür. Wir nutzen direkt das  Medium Luft, die Anlagen brauchen keine Wärmetauscher.

Familie Gahleitner aus Arnreit im Mühlviertel, Biobauern und seit vielen Jahren Nutzer der Sonnenenergie setzt seit zwei Jahren auch eine 96 m² große Solarluftanlage von CONA ein.
Schon vor der Einbringung der Heuernte wird der 70-Tonnen Energiespeicher mit der Solarluftanlage auf   60 Grad erwärmt. Die Heutrocknung kombiniert Trocknungsluft aus der Umgebung, der Solaranlage und dem Speicher.
Wenn kein Heu getrocknet werden muss, steht die gesamte Energie für die Trocknung von Hackschnitzeln zur Verfügung. Beim System der CONA Biomassetrocknung wird ganzflächig belüftet und daher ganz wenig Druck aufgebaut. Somit können energiesparende Axialventilatoren eingesetzt werden.
Mit nur 1 bis 2 kWh Stromeinsatz kann ein Schüttraummeter (Srm) Hackgut von über 40  % Wassergehalt unter 15 % getrocknet werden. Der durchschnittliche Energiegewinn liegt bei 150 bis 200 kWh je Srm, der im Winter zur Verfügung steht.

Der Einsatz der solaren Biomassetrocknung  wird von der OÖ. Landesregierung aus den Bereichen Agrar und Energie gefördert.

Ausführlichere Schilderungen und die Darstellung weiterer Anlagen übersteigt den Rahmen dieses Artikels. Gerne lade ich Sie, liebe Leserinnen und Leser ein uns auf unserer Homepage unter: www.solar.cona.at zu besuchen oder uns auch an: solar@cona.at zu schreiben.

Dr. Georg Hubmer,
Geschäftsführer von CONA

Quelle: Zeitschrift Erneuerbare Energie, AEE Gleisdorf, 2007