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Bauer

Zeigen stolz die Schrägbodentrocknung: Ferdinand (2. v. l.), Michael und Elisabeth Berger mit BBK-Obmann Mag. Reinhard Steiner (l.) und BBK-Sekretär DI Helmut Feitzlmayr (r.).
Mit Hilfe der neu errichteten Solaren Hackguttrockung wird das feuchte Hackgut zum Qualitätsprodukt.
Auf den 35 ha Wald der Bergers gedeihen neben Fichten auch Buchen, Tannen und Eschen.

Hochwertiges Hackgut als Ziel

Auf Einkommensvielfalt setzen Elisabeth und Ferdinand Berger mit Sohn Michael auf ihrem Hof in Geboltskirchen, Grieskirchen. Neben Milchviehhaltung sind Hackgutgewinnung und Winterdienst Thema.

Wesentlich ist seit Betriebsübernahme im Jahr 1988 die Milchviehhaltung mit rund 24 Fleckviehkühen, eigener Nachzucht und Stiermast. Die Hauptarbeit dabei leistet Elisabeth, da „meine Männer viel mit Maschinen und im Wald
unterwegs sind“, so die Betriebsleiterin.
Dies führt auch zum zweiten bedeutenden Betriebszweig, der Waldwirtschaft: Auf 35 Hektar Wald gedeihen vorwiegend Fichte, Buche, Tanne und Esche. Das stärkere Nadelholz wird als Stamm- bzw. Bauholz vermarktet. Material mit weniger als 15 cm Zopfdurchmesser wird vom Kooperationsbetrieb Möslinger in Gaspoltshofen zu Hackgut verarbeitet. So fallen am Betrieb jährlich rund
800 Srm Hackgut an, das an Gewerbebetriebe und private Abnehmer in der Region verkauft wird.


Neue solare Hackguttrocknung

Um laufend hochwertiges Hackgut anbieten zu können, entschloss sich die Familie heuer zur Errichtung einer solaren Hackguttrocknung samt
Lagerhalle. Dazu wurden auf dem Dach eines bestehenden Nebengebäudes 144 m2 Sonnen-Luftkollektoren montiert. Die von der Sonne erwärmte
Luft wird zu der Trocknungsbox mit 150 Srm Fassungsvermögen geblasen. Damit wird das waldfeuchte Hackgut je nach Witterung und Ausgangsmaterial
in ein bis drei Wochen auf rund 15 % Wassergehalt getrocknet. Saison ist von
März bis Ende Oktober. Die Anlage ist durch die Wertsteigerung des trockenen Hackgutes wirtschaftlich zu betreiben. Zur Manipulation des Hackgutes wurde ein eigener Abschiebewagen angeschafft. „Das ist die am besten ausgelastete
Maschine am Hof“, so Michael, der den Abschiebewagen auch zum Transport
von Getreide und Silage am Betrieb und überbetrieblich einsetzt.
Der Zufall führte Ferdinand Berger zu einem weiteren Standbein, als er vor einigen Jahren den Winterdienst für die Gemeinde Geboltskirchen
übernahm und nun mit zwei Traktoren und Schneepflügen die Straßen schneefrei hält. Außerdem sind die Bergers an der Geothermieanlage „Schaffelbad Geboltskirchen“ beteiligt. Die Genossenschaft versorgt
die öffentlichen Gebäude der Gemeinde sowie 80 Haushalte mit Warmwasser aus einer Tiefenbohrung.
Steckenpferd des künftigen Hofübernehmers ist die erneuerbare Energie. Nach der Ausbildung zum landwirtschaftlichen Meister besucht er nun den Biomasse Facharbeiterlehrgang an der FS Waizenkirchen. In der Freizeit engagiert
sich Familie Berger aktiv am Gemeindeleben, beim Musikverein und bei der Jagd.

Der Bauer, 15. Dezember 2010

Chancen solarer Hackguttrocknung

In Oberösterreich sind bereits über 35.000 Hackschnitzelheizungen in Betrieb. Ein Großteil wird mit nassem Material beschickt. Es überrascht die große Menge Wasser, die dabei im Heizkessel verdampfen muss: Benötigt man jährlich z. B. 80
m³ Hackschnitzel, und haben diese einen Wassergehalt von etwa 45 %, so wandern zeitgleich etwa 14.000 l Wasser mit in den Kessel hinein. Dass diese enorme Menge
Wasser die Kesseltemperatur und verbleibende Heizenergie stark senken, ist oft nicht bewusst. Darüber hinaus werden die Kessel vor allem bei Teillast sehr angegriffen. Dementsprechend verkürzt sich die Lebensdauer des Kessels.
20 Landwirte und Hackschnitzel-Produzenten in Oberösterreich trocknen deswegen
Hackschnitzel für sich und ihre über 100 Kunden. Diese Trocknung passiert bereits im Sommer mit kostenloser Sonnenenergie. Bei der Veranstaltung „Wasser brennt nicht!“ am 26. Februar um 14 Uhr wird bei Familie Prielinger in Pettenbach diese solare Hackschnitzeltrocknung vorgestellt. Dabei stehen erfahrene Praktiker
für Auskünfte zur Verfügung. Anfahrtsbeschreibung und weitere Details auf www.
solar.cona.at.
In Pettenbach wurde mit der Anlage der Familie Prielinger zusätzlich zur Biogasanlage bereits die dritte solare Hackschnitzel-Trocknung errichtet.
Hackschnitzel werden durch die Trocknung um etwa ein Drittel ihrer Energie aufgewertet.